Aktuelles

Nachhaltigkeitsszenario Baden-Württemberg

Die generelle Zielsetzung der veränderten Verkehrspolitik ist u.a. mit folgenden Vorgaben für das Land Baden-Württemberg konkretisiert:

  • Verringerung des verkehrsbedingten CO2 Ausstoßes um 40 % (gegenüber 2010)
  • Erhöhung des Radverkehrsanteils auf 20 % (derzeit ca. 7 %)
  • Erhöhung des Fußgängeranteils auf 30 % (derzeit ca. 23 %)
  • Verdoppelung der Fahrleistungen im Öffentlichen Verkehr (gegenüber 2004)
  • Anstieg des Anteils von Bahn und Binnenschiff an den Transportleistungen im Güterverkehr um 8 %-Punkte (derzeit ca. 25 %)

 

In der aktuellen Verkehrsverflechtungsprognose 2030 des BMVI wird zwar von ansteigenden Anteilen des öffentlichen Personenverkehrs (Busse und Bahnen) und des Fahrradverkehrs, sowie im Schienengüterverkehr von einem leicht zunehmenden Marktanteil bei rückläufigen verkehrsbedingten CO2-Emissionen ausgegangen, doch in einem deutlich geringeren Maße, als für Baden-Württemberg gefordert.

 

Das Verfahren der gesamtwirtschaftlichen Bewertung entspricht im Wesentlichen den Ansätzen, die bereits im Rahmen der vorausgegangenen Bedarfsplanaufstellungen berücksichtigt worden sind. Für den BVWP 2015 wurde das Verfahren jedoch aktualisiert (Kosten und Preise) und hinsichtlich der Nutzenbeiträge auch erweitert.

 

Um die zum Erreichen der definierten Ziele notwendigen verkehrspolitischen Handlungsansätze zu konkretisieren, führt die Gutachtergruppe BVU, ITP, IVV und PLANCO (unter Federführung von ITP)  entsprechende Untersuchungen durch.

 

Die Untersuchungen zum so genannten „Nachhaltigkeitsszenario Baden-Württemberg (NB-W)“ basieren auf den Grundlagen und Ergebnissen der " Verkehrsverflechtungsprognose 2030“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMI). Dabei wird ermittelt,

  • in welchen Maße die verkehrs- und umweltpolitischen Ziele des Landes-Baden-Württemberg in Einklang mit den prognostischen Erwartungen des Bundes stehen bzw. von diesen abweichen und
  • welche Annahmen im Verkehrsentwicklungsszenario des Bundes verändert werden müssten, um in der Modellrechnung die Ziele der Landesregierung zu erreichen.

 

Der iterativ angelegte Berechnungsprozess für das Nachhaltigkeitsszenario Baden-Württemberg  besteht im Wesentlichen aus folgenden Blöcken:

  • Analyse der Annahmen des Verkehrsentwicklungsszenarios des Bundes
    –  Verkehrsangebote
    –  Nutzerkosten, verkehrspolitische Rahmenbedingungen
    –  Strukturdaten
  • Definition der Rahmenbedingungen und ihrer Parameter für das N-BW
  • Simulation der Verkehrsnachfrage für das N-BW
  • Ableitung der Auswirkungen der Verkehrsentwicklung auf die Verkehrsnachfrage, die Netzauslastungen und den Endenergieverbrauch im N-BW.

 

Die wesentlichen Veränderungen bei den Annahmen des Nachhaltigkeitsszenarios im Vergleich zum BVWP-Szenario sind:

  • Bereich öffentlicher Verkehr:
    –  Erhöhung der Fahrplanangebote
    –  Erhöhung der Beförderungsgeschwindigkeiten
    –  Senkung der Fahrpreise
  • Bereich Radverkehr:
    –   Bau zusätzlicher Radwege
    –  Erhöhung der Fahrgeschwindigkeiten
  • Bereich motorisierter Individualverkehr :
    –  Senkung der Fahrgeschwindigkeiten des Pkw-Verkehrs
    –  Erhöhung der Nutzerkosten (incl. der Parkkosten) des PKW-Verkehrs
    –  Erhöhung des Pkw-Besetzungsgrades
    –  Keine Erhöhung des PKW-Bestandes
  • Bereich Güterverkehr:
    –  Erhöhung der Transportkosten im LKW-Verkehr
    –  Lkw-Maut auf allen klassifizierten Straßen
    –  Senkung der Transportkosten im Schienengüterverkehr

 

Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Erste Ergebnisse der Berechnungen zeigen aber, dass mit den unterstellten Maßnahmen durchaus signifikante Änderungen bei der künftigen Verkehrsentwicklung, in Richtung „Nachhaltiger Verkehr“ erreichbar sind.

 

Im Rahmen der Untersuchungen befasst sich IVV mit den Auswirkungen der Szenarioannahmen auf den Straßenverkehr mit PKW und LKW. Das nachfolgende Bild zeigt die als Ausgangspunkt der Verkehrsnachfrageberechnung abgeleiteten werktäglichen Kfz-Verkehrsbelastungen im heutigen Straßennetz Baden-Württembergs.

 

 
 
Ansprechpartner bei IVV

Dipl.-Ing. Henryk Bolik