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Abwehr von Terroranschlägen mit Fahrzeugen

Immer wieder werden Personen Opfer von Terroranschlägen oder Amokläufen, weil Fahrzeuge als Waffe eingesetzt werden. Das Gefährdungspotential ist nicht groß, aber real. Ziel sind nicht nur Veranstaltungen mit Publikumsverkehr wie in Nizza oder auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, sondern auch ganz alltägliche Situationen, wie in Münster oder in London.

 

Daher wird vermehrt darüber nachgedacht, wie die Bevölkerung vor solchen Anschlägen möglichst wirkungsvoll geschützt werden kann. Wichtig ist dabei die Einschätzung des Risikos, bestehend aus der grundsätzlichen Gefährdungslage, der Empfindlichkeit der ggf. gefährdeten Objekte und den sonstigen Voraussetzungen, einen (großen) Schaden mit einem Fahrzeug anzurichten. Die Ingenieurgruppe IVV hat hierzu für einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt verkehrliche Betrachtungen durchgeführt. Es wurden die besonders gefährdeten Bereiche identifiziert wie z.B.

  • Bereiche mit hohem Personenaufkommen,
  • Bereiche, die gut erreichbar, zzt. aber noch relativ ungeschützt sind (Außenbereiche, Gebäudeteile, Fassaden),
  • Bereiche, die mit Kfz unterschiedlicher Größe gut und mit hoher Geschwindigkeit angefahren werden können.

 

Über fahrgeometrische Simulationen und Betrachtungen zu ggf. erreichbaren Fahrgeschwindigkeiten wurde abgeschätzt, ob besondere Maßnahmen zum Schutz der empfindlichen Bereiche erforderlich bzw. möglich sind. Dabei ist zu beachten, dass sowohl mit großen Fahrzeugen bei relativ geringen Geschwindigkeiten große Zerstörungsenergien erreicht werden können, aber auch massige Pkw (insbesondere SUV) mit sehr starker Motorisierung schnell hohe Geschwindigkeiten und damit hohe Energien aufbauen können.

 

Angepasst an die örtliche Situation wurden Maßnahmenvorschläge erarbeitet, um das Anschlagsrisiko zu reduzieren bzw. die ggf. dennoch auftretenden Schäden zu minimieren. Darunter fallen neben wirksamen Hindernissen (z.B. Anti-Terror-Poller) auch Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung oder zum Ausschluss von Fahrzeugkollektiven (z.B. große Lkw)

 

Die verkehrlichen Betrachtungen erfolgten in enger Abstimmung mit den für die Sicherheit zuständigen örtlichen Institutionen.

 

 
 
Ansprechpartner bei IVV

Dipl.-Ing. Reiner Vollmer
Tel: 0241.94691-33
vor(at)IVV-Aachen.de